Der Clou (The Sting)

Ein Gauner-Meisterwerk aus den 70er-Jahren von George Roy Hill.
Hill schaffte es, die noch nie vorher verfilmte Welt der Trickbetrüger der 30er und 40er Jahre, nahezu brillant zu inszenieren und wurde dafür 1973 mit sieben Oscars belohnt (Bester Film, Beste Regie, Beste Musik, Beste Kostüme, Bestes Drehbuch, Bester Schnitt und Beste Ausstattung). Für die Gangsterkomödie holte er sich Robert Redford, Paul Newman und Robert Shaw als Protagonisten ins Boot, die schnell von dem Drehbuch überzeugt waren.

Der Film erzählt die Geschichte des Kleinganoven Johnny Hooker (Robert Redford) und des „alten Hasen“ im Trickbetrüger-Geschäft Henry Gondorff (Paul Newman) in den 30er Jahren in Chicago. Die beiden schließen sich zusammen um den Tod eines gemeinsamen Freundes durch den Bankier und Ganovenboss Lonnegan (Robert Shaw) zu rächen. Dazu bauen sie mit einer Truppe ausgewählter Kleinganoven eine Wettstube für Pferderennen auf und ziehen Lonnegan schlussendlich gekonnt das Geld aus der Tasche. 

Die Auszeichnung mit einem Oscar für die „Beste Musik“ ist vollends gerechtfertigt. Hill entdeckte damals einen US-amerikanischen Kompononisten und Pianisten namens Scott Joplin, der als „Vollender“ des Ragtime (Vorläufer des Jazz) angesehen wird, und sah in deren Darstellung, mit dem Klavier, die ideale Musik für seinen Film, weil sie wie für ihn geschrieben wirkte. „Es war seine [Hills] Vision, dass der Rhythmus des Films dem [der Musik] folgen sollte, es hatte mit dem Charakter des Films zu tun, und es war ein Kostümfilm.“ (Redford)  „Ragtime war besonders geeignet, weil er so ironisch ist. […] Ragtime ist voller Freude, er ist rhytmisch, frech und durch und durch Chicago.“ (Hill) Doch Kritiker bemängelten den Einsatz dieser Musik, denn sie gehört eigentlich nicht in die Zeit der 30er Jahre sondern war von der Jahrhundertwende bis ungefähr 1914 berühmt und beliebt. Dennoch leitet sie den Zuschauer nahezu perfekt durch den Film, indem sie äußerst selten, und immer an Stellen eingespielt wird, wo gerade nicht gesprochen wird. Dadurch wird ihr eine besondere Aufmerksamkeit zuteil.
Hill schafft es den Zuschauer auch auf andere Weise zu fesseln. Es gibt immer wieder Stellen, an denen man denkt, jetzt hat man den Film durchschaut, aber im nächsten Moment wird diese Illusion durch neue ausgeklügelte auftretende Situationen oder Charaktere zerstört.
Ein Klassiker, den man sich immer und immer wieder anschauen kann.

Über Anja Neumann

Studentin der Medienwissenschaften || Meine Filmfavoriten: "The Sting" (George Roy Hill), "Memento" (Christopher Nolan), "Sound of noise" (Ola Simonsson & Johannes Stjarne Nilsson), "Der Club der toten Dichter" (Peter Weir), "Wie ein einziger Tag" (Nick Cassavetes), "Das fünfte Element" (Luc Besson), Heinz Rühmann-Filme
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